Slide Tanzen
Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick 2020 - Tanzen

ein Bericht von Bärbel Schröder


Der Körper des Tänzers ist einfach die leuchtende Äußerung der Seele
Isadora Duncan (1878 – 1927)
amerikanische Tänzerin

Wie wahr ist doch dieses Zitat einer prägenden Persönlichkeit der Tanzgeschichte. Der Umgang und die Folgen mit dem Virus haben uns allen einmal mehr aufgezeigt, wie sehr Körper, Geist und Seele zusammenwirken und gerade der Sport viel Freiraum für das Ausleben seiner Emotionen und Gedanken lässt. Wir Tänzer*innen können im Zusammenspiel mit der Musik unsere Gefühle noch intensiver zum Ausdruck bringen. Der Alltag wird beim Training schnell vergessen und die Seele kann wunderbar entspannen. Momentan begegnen wir uns (leider nicht alle) per Kamera über Zoom. Aber dennoch kann man die Freude aller kleinen und großen Aktiven spüren, dass es weitergeht. Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen in der Halle!

Aber es gab in diesem Jahr auch tatsächlich einen kurzen Zeitraum vor der Pandemie. Im März fanden die ersten (und einzigen) Turniere 2020 statt. Unsere Jugendverbandsliga Flow ging am 7. März in Brühl gut vorbereitet und hoch motiviert auf die Fläche. Als Nachrücker in die höchste Jugendklasse des TNW wollten die 12 Mädels natürlich ihre beste Leistung abrufen. Das kleine Finale wurde mit 3 Einsen für sich entschieden und es wäre in der laufenden Saison sicherlich noch mehr möglich gewesen. Am folgenden Tag wurde es für unsere beiden Oberligateams Floint und Vuelta ernst. Letztere Formation trat in einer neuen Besetzung an und musste sich leider mit dem 9. Platz zufrieden geben. Mittlerweile hat sich das Team, auch aufgrund der langen Trainingspause, aufgelöst. Unsere zweite Mannschaft Floint konnte sich von Runde zu Runde steigern und erkämpfte sich so den 5. Platz. Die Teams in dieser Liga lagen so eng beieinander, dass die Saison einen absolut spannenden Verlauf genommen hätte. Eine Woche später wurde der bundesweite Lockdown beschlossen und es gab keine Fortführung unserer Turniere. Was kam, war zunächst absoluter Frust und natürlich musste jeder vorerst mit seiner persönlichen Lage klar kommen. Es folgten AHA – Regeln, Lernen auf Distanz, Homeoffice, Existenzängste und noch vieles mehr! Auch für mein Trainerteam und mich stand die Frage im Raum: „Wie geht es weiter?“ Eine Lösung wurde kurzfristig gefunden. Es ging per Zoom aus den eigenen vier Wänden weiter. In den ersten Trainingseinheiten ein komisches Gefühl, fehlte doch die direkte und inspirierende Kommunikation mit unseren Tänzer*innen. Zudem konnten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht alle Mitglieder mit dem Medium anfreunden oder hatten einfach nicht die technischen Möglichkeiten. Leider haben wir in dieser Zeit einige Teilnehmer verloren, manchmal still und leise ohne jegliche Verabschiedung – auch nach vielen Jahren Vereinszugehörigkeit. Schade! Im Mai kam dann endlich die ersehnte Nachricht – es kann wieder losgehen. Die Infektionszahlen ließen es zu, unter disziplinierten Auflagen den Sport in der Halle wieder aufzunehmen. Nach einer erneuten Verzögerung seitens der Stadt Wuppertal ging es erst am 3. Juni los. Dies sollte aber nicht die Freude über ein Wiedersehen im Livemodus trüben. Dank der neuen Möglichkeit in unserem Onlineportal waren die Stunden bald wieder gefüllt und selbst die Allerkleinsten gewöhnten sich sehr schnell an die neuen Abläufe und Regeln. Mittlerweile war klar, dass für 2020 sämtlicher Wettkampfbetrieb vom Tanzsportverband NW eingestellt werden musste und somit auch die Saison für die Breitensportteams nicht stattfinden konnte. So bleibt viel Zeit für die Verbesserung der Tanztechnik. Zudem fehlt der „Druck“, zum Zeitpunkt X eine perfekte Leistung zu erbringen. Sicherlich ein positiver und nützlicher Nebeneffekt der ganzen Misere. Mittlerweile haben wir November und wir befinden uns erneut in der Situation per Zoom zu unterrichten. Es gibt wieder einen Onlineplan, der dieses Mal etwas anders strukturiert ist. Wir konnten die Erfahrungen aus dem Frühjahr einfließen lassen und hoffen so, noch mehr Begeisterung für das Training daheim zu wecken. Auch die technischen Möglichkeiten wurden aufgerüstet, so dass in dem Bereich (hoffentlich) eine Verbesserung zu spüren ist. An dieser Stelle möchte ich mich insbesondere bei meinem Trainerteam bedanken!

Jetzt heißt es wieder abwarten, ob es bei den 4 Wochen „Lockdown light“ bleibt oder wir uns erst im Januar wiedersehen. Wir versuchen euch in dem ganzen Wirrwarr der unterschiedlichen Regeln und Meinungen eine Konstante zu sein, die ein wenig Normalität bringt. Für uns alle ist es eine schwierige Situation, die wir nur gemeinsam meistern können. In diesem Sinne, hoffen wir alle auf bessere Zeiten und machen wir das Beste daraus.

Mittlerweile beschäftigen wir uns fast 1 Jahr mit Covid-19 und es wird von der Politik alles daran gesetzt, dass wir ein friedliches Weihnachtsfest im Kreise der Familie feiern können. Genießen wir die Feiertage und beschenken wir uns mit viel gemeinsamer Zeit ohne Hektik und Alltagsstress. Das gibt uns die nötige Energie für das neue Jahr 2021.

Frohe Weihnachten und bleibt alle gesund.

Bärbel